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Natursteine
werden als technisch hochwertige und langlebige Baustoffe verwendet.
Der Bauherr erhält, durch den weltweiten
Handel, fast jede Farbe und Struktur, fast jedes gewünschte Design, für
fast jeden Anwendungsfall.
Natursteine werden niemals langweilig.
Jedes Produkt ist ein Unikat, daß über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte
hinaus, dekorativ und repräsentativ sein kann.
Kaum ein Material ist in derart vielfältigen
Produkten zu bekommen : Bodenplatten, Wandplatten, Bordüren,
Fensterbänke, Treppen, Waschtische, Küchenarbeitsplatten, Skulpturen,
Pflastersteine, ...
Warum sollten Sie sich als Kunde,
Verleger, Händler und Architekt mit der Steinkunde beschäftigen ? Es
gibt doch das www.NatursteinNet.de
an die eine E-Mail gesendet
wird und Ihre technischen Probleme und Anwendungsfragen werden
beantwortet.
Warum stellen wir diese Kapitel ins Netz,
wenn wir doch Ihre Fragen nach besten Wissen beantworten ( -> FAQ)
?
Zum einen, weil die Entstehungsgeschichte
Ihres Materials faszinierend ist. Der römische Travertin, zum
Beispiel, stammt aus der Zeit des Pleistozäns. Er wird in Italien in
der Gegend um Rom seit Tausenden von Jahren als Werkstein gebrochen.
Zum anderen, weil wir wollen, daß Sie
mehr von Ihrem Material verstehen. Obwohl Natursteine hochwertige
Produkte sind, ist nicht jeder Stein für jeden Anwendungsfall
geeignet.
Technische
Eignung von Natursteinen (zum
Seitenanfang)
Wir
haben in der Tabelle technische
Eigenschaften von im Handel erhältlichen Natursteingruppen
zusammengestellt.
Es gibt nicht nur Granit und
Marmor, sondern eine ganze Reihe von weiteren Gesteinsarten. Der Handel
teilt diese je nach den technischen Eigenschaften in granit-
und marmorähnliche Gesteinsarten ein.
Dieses ist durchaus legitim ( siehe Net-Produkte).
Weitere solcher Handelsbezeichnungen sind : Quarzit,
Schiefer , Sandstein,
Porphyr und
Basaltlava.
Entstehung
von Gesteinen (zumSeitenanfang)
Die Gesteine werden durch
die Art Ihrer Entstehung in drei Gruppen eingeteilt. Es
gibt die Magmatischen Steine die durch das Erstarren von Magma
entstehen, die Sedimentgesteine, die durch Ablagerung von
Gesteinsresten und deren
Verfestigung entstehen und die metamorphen Gesteine, die durch
Umwandlung der anderen Gesteinsarten entstehen. Diese sind durch einen
ständigen Kreislauf (Bild) miteinander
verbunden.
Magmatische
Gesteine (zum
Seitenanfang)
Tiefengesteine
entstehen durch Erstarren von Magma in der Tiefe der Erdkruste.
Magmatische Gesteine sehen wie massives
Gestein aus. Es ist keine Schichtung oder Schieferung erkennbar. Die Körner
der verschiedenen Minerale sind meist
gleich groß. Manchmal sind Einsprenkelungen sichtbar. Bei sichtbaren
großen Körnern, Durchmesser ab 0,06 mm, handelt es sich meist um
ein Tiefengesteinen, bei feinerem Korn um ein Ergussgestein.
Tiefengesteine werden zumeist nach Ihrem
Mineralbestand, und
deshalb optisch verhältnismäßig leicht nachvollziehbar,
unterschieden.
Granite
sind einfach zu erkennen. Sie sind richtungslos, ohne Bänderung
strukturiert und niemals dunkel, da die Hauptgemengeanteile helle
Minerale sind. Ihre Struktur ist meistens mittel- bis grobkörnig.
Durch
dunklere Mineralanteile wirken die dem Granit sehr ähnlichen Granodiorite
mittel bis dunkelgrau. Meistens sind Sie fein- bis mittelkörnig.
Diorite
sind feinkörniger als die Granodiorite. Ihre Farbe ist meist dunkelgrau
bis dunkelgrün.
Gabbros
sind dunkler als Diorite, ihre Gefügestruktur ist eher mittel- bis
grobkörnig.
Syenite
sehen sehr unterschiedlich aus. Sie sind aber dadurch zu erkennen, daß
Sie einen sehr geringen Quarzgehalt haben. Da diese weißen bis
milchig-grauen Mineralbestandteile in den anderen Granit-Gesteinsgruppen
fast immer vorkommen sind Sie von diesen leichter zu unterscheiden. Auffällig
sind die schillernden Feldspate bei den Labradoriten.
Tiefengesteine sind technisch sehr
hochwertig. Sie können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich
eingesetzt werden.
Sie sollten mit kunststoffvergüteten
Klebern verlegt werden. Bei hellen Materialien sollte rückseitig eine
Dichtschlämme aufgetragen werden, um eine Verfärbung zu verhindern.
Graue Tiefengesteine können sich durch die Umwandlung eines Minerals
gelblich verfärben. Bei den Arten mit wenig Quarz wie Gabbro und Syenit
ist die Hochglanzpolitur nicht so belastbar. Gelbe Granite verfärben
sich beim Flammen rot.
Ergußgesteine
entstehen durch Erstarren von
Magma an der
Erdoberfläche.
Ergußgesteine werden ähnlich den
Tiefengesteinen nach Ihrem Mineralbestand
eingeteilt. Die Steine haben deshalb häufig Äquivalente unter den
Tiefengesteinen, denen Sie technisch ähnlich sind. Die optische
Zuordnung ist aber schwerer, da die Korngrößen kleiner als bei den
Tiefengesteinen sind.
Die
chemische Zusammensetzung von Rhyoliten (
Porphyr) entspricht den von Graniten. Optisch unterscheidet sich der
Porphyr vom Granit durch die deutlich sichtbaren größeren Einsprenkelungen.
Basalt
ist eine dunkles, oft schwarzes feinkörniges Gesteingruppe, chemisch ähnlich
dem Gabbro. Es kann aber auch, ähnlich wie der Porphyr, mit grünlichen
oder bräunlichen Einsprengklingen versehen sein. Basalt als
Gesteinsart ist feinkörnig und dicht in der Struktur. Dolerit
ist grobkörnig. Diabas ist ebenfalls grobkörnig. Da der Stein
erdgeschichtlich ein alter Basalt ist, ist er bereits leicht vergrünt.
Tephrit
(Basalt-Lava) ist ein helles bis dunkles Ergussgestein. Es hat häufig
sichtbare Poren und kann deshalb von dem farblich ähnlichem Basalt
unterschieden werden.
Technisch sind die Ergußgesteine den
Tiefengesteinen sehr ähnlich. Anders als bei den Tiefengesteinen sind
die Rohblöcke jedoch häufig kleiner. Die Materialien sind deshalb
schwerer zu bemustern. Die zum Teil völlig andersfarbigen
Einsprengklinge sind nicht zu verhindern und müssen akzeptiert werden.
Basalt-Lava ist aufgrund seiner porigen Oberfläche schwer zu verfugen.
Manchmal tritt beim Basalt, der sogenannte Sonnenbrenneffekt auf. Durch
Volumenvergrößerung wird das Material zum Teil aufgebrochen.
Sedimentgesteine
entstehen durch Ablagerung von
Gesteinsresten. (zum
Seitenanfang)
Sie sehen häufig geschichtet aus.
Entweder sind die Schichten wie beim Schiefer sehr dünn. Sie können
aber auch dicker und deutlich sichtbarer sein. Die Korngröße kann sehr
stark variieren. Bei grobkörnigen Sedimenten lassen sich deutlich
Mineral- und Gesteinstrümmer und das die Trümmer verkittende
Bindemittel bestimmen. Fast alle Mineral- und Gesteinsarten können als
Fragmente vorhanden sein. Teilweise sind Fossilien erkennbar. Manchmal
besteht das Sediment fast vollständig aus Fossilien. Die Steine sind häufig
porös. Sie können aber auch sehr dicht sein. Sie sind häufig weich
und feinkörnig.
Sedimente
werden nach Ihrer Entstehung
unterteilt, wobei die meisten Sedimente nicht eindeutig einer Gruppe
zuzuordnen sind :
Durch die Verfestigung von Gesteins- und Mineralbruchstücken und durch
Verwitterung neu gebildeter Mineralien bilden sich zum
Beispiel die Sandsteine. Diese Gruppe wird anhand der Partikelgrößen
aufgeteilt : Sandsteine ( 0,063 bis 2 mm) und Konglomerate,
Brekzien ( 2 bis 63 mm ).
Sandsteine
können in Ihren technischen Eigenschaften aufgrund der stark
variierenden Mineralbestandteile stark unterschiedlich sein. Bitte
informieren Sie sich für jeden Stein darüber, was die entsprechenden
Anwendungsmöglichkeiten, Verlege- und Pflegerichtlinien betrifft. Zudem
erschweren, im Gegensatz zum gleichmäßigen, feinkörnigen Strukturbild
vorhandene relativ stark schwankende Farben und Texturen eine
Bemusterung.
Konglomerate
sind aus ovalen , runden Trümmersteinen entstanden. Aufgrund der Korngrößenunterschiede
haben Sie stark schwankende Festigkeitswerte.
Brekzien
bestehen zumeist aus verschiedenfarbigen eckigen Marmor- oder
Kalksteintrümmern. Sie unterscheiden sich damit von den Konglomeraten
optisch sehr gut.
Technisch gleichen die beiden
letztgenannten Gesteinsgruppen den Marmor- und Kalksteinsorten. Es
sollten deshalb schnellabbindende Verlegesysteme gewählt werden. Diese
Steine sind nicht für Fußbodenheizungen geeignet. Sie sind zudem recht
porös.
Durch Ansammlung organische Bestandteile,
verwitterter Steine und chemischer Ausfällungen wässriger Lösungen (
Salz) entstehen zum Beispiel die Dolomitsteine, Kalksteine,
Travertine und Muschelkalke.
Dolomitsteine
sind technisch sehr hochwertige Steine. Sie sind den Kalksteinen optisch
sehr ähnlich und nur durch die Betrachtung der Bruchkanten von diesen
zu unterscheiden. Dolomitsteine glitzern leicht, Kalksteine sind stumpf.
Kalksteine
werden wie die Dolomitsteine häufig als Marmor
bezeichnet, was an der Benennung Jura-Marmor deutlich wird.
Dieses ist ein Kalkstein und kein Marmor. Sie sind technisch mit diesen
jedoch vergleichbar und es gelten die gleichen Regeln was die Pflege und
die Verlegung angeht. Dieses gilt auch für Limitierung in der Anwendung
: Sie sind nicht für stark frequentierte Flächen geeignet, nicht
frostsicher, es sollten schnellabbindende Verlegesysteme und bei hellen
Sorten eine rückseitige Marmor-Dichtschlämme verwendet werden. Durch
die Betrachtung der Bruchkanten können Sie Kalksteine und Marmorsorten
unterscheiden. Marmorsorten glitzern leicht, Kalksteine sind stumpf.
Optisch, nicht technisch, werden folgende
Sorten von den Travertinen unterschieden :
Travertine
sind auch Kalksteine. Sie sind bis auf die teilweisen sehr großen Poren
und Löcher mit diesen zu vergleichen. Häufig ist bei den Steinen ein
starker Schichtungscharakter anhand einer lebhaften Bänderung zu
erkennen. Sind die Löcher gespachtelt ist die Oberfläche zumeist
leichter zu reinigen. Die Steine sind dann aber zumeist nicht mehr
frostsicher , für Fußbodenheizungen und für starke Frequentation (
Ladengeschäfte) geeignet.
Muschelkalke
bestehen hauptsächlich aus Fossilien. Sie sind üblicherweise gelblich,
bräunlich oder grau. Sie sind sehr lebhaft und anhand der mehr oder
weniger großen Muschelfragmente leicht zu erkennen. Sie sind im
Gegensatz zu den anderen Kalksteinsorten frostsicher, wenngleich stark
unterschiedliche Poren vorhanden sind
Metamorphe
Gesteine entstehen durch
Umwandlung von anderen
(zum Seitenanfang) Gesteinsarten
infolge hoher Temperaturen und Drucke.
Sie sehen häufig geschiefert, getäfelt
oder gebändert aus. Die Korngrößen variieren von sehr fein bis grobkörnig.
Manche Metamorphe Gesteine sehen aber auch wie Vertreter anderer
Gesteinsarten aus.
Marmor
ist aus ein Kalkstein entstandenes metamorphes Gestein. Marmorsorten
sind meist heller als Kalksteine und haben eine glitzernde Bruchstelle.
Sie erkennen Marmor durch die meist hellen Grundfarben und die dunklen,
häufig schwarze, Äderung, die mehr oder wenig stark ausgeprägt ist.
Marmor sind technisch vergleichbar mit Kalksteinen. Dieses gilt auch für
Limitierung in der Anwendung : Sie sind nicht für stark frequentierte
Flächen geeignet, nicht frostsicher, es sollten schnellabbindende
Verlegesysteme und bei hellen Sorten eine rückseitige Marmor-Dichtschlämme
verwendet werden.
Dolomitmarmor
ist aus Dolomitstein entstandenes metamorphes Gestein. Der Unterschied
zwischen Dolomitmarmor und Marmor ist schwer zu erkennen. Sie sollten
diese Steine, obwohl technisch etwas höherwertiger als Marmor, wie
Marmorsorten behandeln, verlegen und Pflegen.
Serpentinit
sind aus Graniten entstandene metamorphe Gesteine. Wenn Sie einen
"grünen Marmor" meistens stark ornamentierten Marmor sehen,
wird dies ein Serpentinit sein. Technisch sind diese mit den
Marmorsorten vergleichbar. Bei der Verlegung von Serpentiniten sollten
Sie geeignete Kleber verwenden oder das Material vorher wässern und
hinterher abdecken.
Granulite
sind aus Paragneisen und Glimmerschiefern entstandene optisch und
technisch granitähnliche Steine. Sie können von diesen leicht durch
die roten Granateinschlüsse unterschieden werden. Diese können sich
allerdings bei Wasserzufuhr durch Umwandlung verfärben. Deshalb sollten
diese Steine ähnlich wir Marmorsorten mit rückseitigen Dichtschlämmen
und mit schnellabbindenden Verlegesystemen verlegt und in jedem falle
imprägniert werden.
Orthogneise
sind aus Graniten entstandene metamorphe Gesteine. Sie sehen Ihnen
deshalb in den Korngrößen ähnlich und sind auch ähnlich bunt. Sie
unterscheiden sich von diesen optisch aber deutlich durch die ausgeprägte
Bänderung.
Paragneise
sind aus Sedimentgesteinen entstandene technisch granitähnliche
Steine. Sie haben einen unverwechselbaren Lagen – und
Schichtungscharakter und es dominieren weiße und graue bis schwarze
Farben. Dadurch sind sie leicht von den anderen Gesteinsgruppen zu
unterscheiden.
Migmatite
sind sogenannte Mischgneise. Optisch zu erkennen durch meist parallel
verlaufende Lagen von bunten und schwarzen Bänderungen. Diese können
allerdings auch manchmal kräftig durchmischt sein.
Alle Gneise sind technisch wie
Granite zu behandeln. Die Bemusterung ist bei diesen Sorten allerdings
fast unmöglich.
Quarzite
sind aus Sandsteinen entstandene metamorphe Gesteine. Sie haben einen
sehr hohen Quarzanteil und sind deshalb mechanisch sehr stark belastbar.
Sie können einen Quarzit einfach durch eine Kratztest von den ähnlichen
Marmorsorten unterscheiden. Durch die Entstehung bedingt gibt es
allerdings Schwächungen im Gefüge, sogenannte Stiche. Deshalb sollten
Sie Quarzite nicht auf Fußbodenheizungen verwenden.
Tonschiefer
sind schwach metamorphe Gesteine die aus kleinen gefärbten Tonmineralen
unter hohem Druck entstanden. Sie kennen diesen Schiefer unter den
Bezeichnung Dachschiefer, wobei es durchaus auch hellere Farben gibt.
Das Material lässt sich leicht spalten und wird deshalb in dieser Form
gehandelt.
Glimmerschiefer
sind stärker metamorphe Schiefersorten. Sie unterscheiden sich von den
Tonschiefersorten optisch durch einen leichten Glanz an der Oberfläche.
Sie müssen in jedem Falle bei der
Verlegung von Schiefersorten durch geeignete Zusätze dafür sorgen, daß
der Kleber rückseitig haftet. Tonschiefer können leicht zerkratzen.
Durch eine dauernde Begehung der Oberfläche wird allerdings der Belag
wieder eingeschliffen. Ein solcher Boden erhält seine endgültige
Oberfläche somit erst nach ein paar Monaten.
Glimmerquarzite
sind aus Sandsteinen entstandene metamorphe Gesteine. Diese Steine
werden in ähnlichen Produkten wie der Schiefer angeboten.
Charakteristisch ist ein schillernder Glanz und eine bruchraue Oberfläche.
Diese Steine werden mit Vorliebe im Außenbereich und in großen Foyers
eingesetzt. Wie bei den Schiefersorten sollte die Haftung des Klebers
durch entsprechende Produkte verbessert werden.
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